Zum OnlineBanking
Frau mit Fernglas

Im Blick - FinanzExperten der VR VerbundBank eG informieren

Hoffnungsschimmer zwischen den Fronten

In der heutigen Ausgabe von „Im Blick“ beschäftigt sich unser Leiter Private Banking, Oliver Wieber mit der aktuellen Situation im Nahen Osten. 

Die angespannte Lage im Nahen Osten diktiert weiterhin den Rhythmus an den globalen Finanzmärkten. Nach den heftigen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran zu Beginn des Jahres 2026 zeigt sich die Region in einem Zustand fragiler Diplomatie. Während eine vorläufige Waffenruhe im Libanon seit dem 17. April in Kraft getreten ist, bleiben die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan zäh und von Misstrauen geprägt.

Für Investoren bedeutet die aktuelle Situation vor allem eine Rückkehr der Volatilität. Die Märkte reagieren hochsensibel auf jede Nachricht aus den Krisengebieten. Eine dauerhafte Deeskalation könnte europäische Aktien stützen und den Inflationsdruck mindern. Anhaltende Spannungen belasten hingegen die Indizes, treiben Anleiherenditen nach oben und erhöhen die Nachfrage nach Gold als „sicherem Hafen“. Unsere Experten und Analysten raten zur Ruhe. Geopolitische Krisen haben historisch oft nur kurzfristige und volatile Auswirkungen auf die Börsenkurse. Vorzeitige Verkäufe können hierbei zu unnötigen Verlusten führen. 

Mit Blick auf unseren Heimatindex, den DAX 40, zeigt sich die massive Eskalation in hoher Volatilität und Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Der deutsche Leitindex hat eine regelrechte Achterbahnfahrt hinter sich. Positive Nachrichten zeigen aber auch die zukünftige Richtung auf, denn die Hoffnung auf Waffenstillstandsverhandlungen trieb den Index wieder nach oben. Aktuell stabilisiert sich der DAX im Bereich von 23.800 bis 24.700 Punkten.

Welches Szenario ist für uns vorstellbar?

US-Präsident Donald Trump hat kein Interesse an einer langfristigen Eskalation, weshalb wir eine diplomatische Lösung in den kommenden Wochen als realistisch einstufen. Ein erfolgreiches Friedensabkommen würde die Blockade der Straße von Hormus final beenden, die Energiepreise normalisieren und eine mögliche Erholungsrallye an den Aktienmärkten auslösen. Aktuell zeigen sich allerdings widersprüchliche Signale. Während US-Präsident Trump zuletzt eher Optimismus an den Märkten verbreitetet und eine Beendigung innerhalb weniger Tage versprach, dementierte Teheran Fortschritte der Verhandlungen. Die geplanten Friedengespräche in Pakistan wurden durch den Iran angesagt und verkündet, dass noch keine konkrete Entscheidung getroffen sei. 

Das iranische Atomprogramm bleibt weiter der Hauptstreitpunkt beider Parteien, was auch die zwischenzeitliche Öffnung und anschließende Schließung der Straße von Hormus zeigt. Diese kurzfristige Öffnung gibt aber Grund zur Hoffnung auf ein baldiges Ende, da es als ein erstes vorsichtiges Zeichen der Entspannung zu werten ist. Welche Wirkung die Öffnung zur Folge hatte, zeigt sich an der Preisveränderung für Rohöl der Sorte Brent. Dieses gab am Wochenende um rund 10 % nach und pendelte sich unter der Marke von 90 US-Dollar pro Barrel ein. Infolgedessen sanken auch die Renditen für Staatsanleihen über die gesamte Zinskurve. Im Gegensatz zu einigen asiatischen Ländern drohen hierzulande keine Versorgungsengpässe. 

Besser sind die wirtschaftlichen Aussichten aktuell in den USA. Die PMI-Daten (Einkaufsmanagerindex) dürften sich im April nicht wesentlich - gegenüber dem Vormonat - verschlechtern, auch die Einzelhandelsumsätze im März dürften im Monatsvergleich merklich gestiegen sein. Damit verfestigt sich der Eindruck, dass die USA als großer Ölproduzent weniger unter den wirtschaftlichen Folgen des Krieges leiden als die EWU-Staaten. Sollte der Krieg beigelegt werden, dürften in den kommenden Wochen wieder Zinserwartungen die Wechselkurse bestimmen. 

Festzuhalten bleibt, dass Gold und Edelmetalle in unruhigen Marktphasen einen klassischen Stabilitätsanker darstellen können. Auch der Schweizer Franken wird gegenwärtig verstärkt nachgefragt, da viele Investoren die Währung zur weiteren Absicherung nutzen. Weiterhin profitieren Energiekonzerne von den anhaltenden Spannungen, auch wenn Übergewinnbesteuerungen in der Diskussion stehen. Gesundheits- und Konsumgüter zählen zu den defensiven Aktienbranchen, welche mit Blick auf eine qualitative Diversifikation stärker nachgefragt werden. 

An unseren Prognosen für den Jahresverlauf 2026 halten wir fest und erwarten eine baldige Beendigung des Irankonflikts. Für unseren Heimatindex DAX40 erwarten wir zum Jahresende einen Stand von 25.000 Punkten. Auf europäischer Ebene stufen wir die Entwicklung des EuroStoxx50 bei 6.000 Punkten zum 31.12.2026 ein. Auch der S&P500 sollte seinen Kursverlauf fortsetzen und bei ca. 6.000 Punkten zum Ende des Jahres notieren.  

Link: vr-verbundbank.de/zinsen


Oliver Wieber, Bereichleiter Private Banking

Oliver Wieber

Leitung Private Banking

Stand: April 2026

Disclaimer:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Sie dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten dar. Ausführliche produktspezifische Informationen und Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte vor einer Anlageentscheidung den Verkaufsprospekten, die Ihnen Ihr Berater zur Verfügung stellt. Frühere Wertentwicklungen lassen nicht auf zukünftige Renditen schließen. Wertpapiergeschäfte sind grundsätzlich mit Risiken, insbesondere dem Risiko des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals, behaftet.

Diese Information unterliegt nicht den regulatorischen Anforderungen, die die Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen sowie das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung dieser vorschreiben.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Verfasser: VR VerbundBank eG, Marburger Str. 6-10 36304 Alsfeld, Telefon 06631 7937-0, www.vr-verbundbank.de

© Natasa - Adobe Stock